Überblick
Was beim Wohnmobil mieten dazugehört
Wer ein Wohnmobil mietet, übernimmt für einen festen Zeitraum ein komplett ausgestattetes Fahrzeug mit Küche, Betten, Heizung und meist einer Nasszelle. Zur Auswahl stehen kompakte Kastenwagen für zwei, teilintegrierte Modelle für Paare und kleine Familien, Alkovenmobile mit Schlafplatz über dem Fahrerhaus und große Vollintegrierte. Die Übergabe umfasst in der Regel eine Einweisung, eine volle Gasflasche und Anschlusskabel.
Rechtlich ist die Miete ein Mietvertrag über ein Kraftfahrzeug, keine Pauschalreise. Sie haben deshalb auch bei Online-Buchung kein Widerrufsrecht und sind an die Stornobedingungen des Vermieters gebunden. Viele Anbieter verlangen ein Mindestalter von 21 Jahren und einen Führerschein, den Sie seit mindestens einem Jahr besitzen. Über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse brauchen Sie Klasse C1 oder die alte Klasse 3.
Ablauf
Wohnmobil mieten: Ablauf von der Buchung bis zur Rückgabe
Die Buchung beginnt mit der Fahrzeugwahl: Wie viele Schlafplätze brauchen Sie, wie wichtig ist ein eigenes Bad, reicht Klasse B? Vergleichen Sie danach nicht nur den Tagespreis, sondern das Gesamtpaket aus Kaution, Selbstbeteiligung, Servicepauschale, Freikilometern und Mindestmietdauer. Freikilometer reichen je nach Anbieter von 250 Kilometern pro Tag bis unbegrenzt, die Mindestmietdauer von drei bis sieben Tagen. In den Schulferien verlangen manche Vermieter deutlich mehr, beim ADAC etwa zwölf Nächte. Planen Sie Ihre Route deshalb erst, wenn Sie diese Bedingungen kennen, und fragen Sie bei einer Einwegmiete nach dem Aufpreis für die Rückführung.
Bei der Abholung prüfen Sie den Mietvertrag und vergleichen ihn mit Ihrer Buchung, bevor Sie unterschreiben. Dann folgt die Einweisung in Gas, Wasser, Heizung, Toilette und Markise, und Sie halten im Übergabeprotokoll alle Vorschäden, den Tankstand und den Kilometerstand fest, am besten mit Fotos. Die Kaution wird bar oder per Kreditkarte hinterlegt. Planen Sie für diesen Termin mindestens eine Stunde ein, beim ersten Mal lieber mehr. Fragen Sie auch nach der Zuladung, denn Wasser, Gas, Fahrräder und Vorräte bringen ein Fahrzeug schnell an die Grenze von 3,5 Tonnen.
Unterwegs zahlen Sie Kraftstoff, Stellplätze, Campingplätze und Maut selbst; ein Wohnmobil verbraucht typischerweise 12 bis 18 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Für Auslandsfahrten fragen Sie vorher, welche Länder erlaubt sind, und informieren sich über Maut, Gasprüfung und Gewichtsregeln des Ziellandes. Bei der Rückgabe wird das Fahrzeug mit dem Übergabeprotokoll verglichen; neue Schäden, Mehrkilometer oder eine fällige Reinigung verrechnet der Vermieter mit der Kaution. Geben Sie das Fahrzeug pünktlich, mit geleerten Tanks und gereinigtem Innenraum zurück, dann gibt es darüber selten Streit.
Budget
Was kostet es, ein Wohnmobil zu mieten?
In der Hochsaison im Juli und August kostet ein Campervan etwa 80 bis 130 Euro pro Tag, ein Teilintegrierter 120 bis 200 Euro und ein Vollintegrierter 180 bis 280 Euro. In Mai, Juni und September sind Campervans ab etwa 50 Euro und Teilintegrierte ab etwa 80 Euro zu haben. Private Vermieter auf Plattformen sind oft günstiger als gewerbliche Stationen.
Dazu kommen die Servicepauschale für Einweisung und Außenreinigung, beim ADAC 159 Euro, Kraftstoff, Stellplätze und eventuell ein Paket zur Senkung der Selbstbeteiligung. Wer sparen möchte, bucht früh, mietet länger, reist in der Nebensaison oder nutzt Überführungsfahrten, die manche Vermieter sehr günstig anbieten, wenn ein Fahrzeug zu einer anderen Station muss.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Saison und Ausstattung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Messezeiten, Feiertage, Luxusklasse).
| Angebot | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Campervan, Hochsaison | 80–130 € pro Tag | Juli und August; in Mai, Juni und September ab etwa 50 € |
| Teilintegrierter, Hochsaison | 120–200 € pro Tag | Paare und kleine Familien, Nebensaison ab etwa 80 € |
| Vollintegrierter, Hochsaison | 180–280 € pro Tag | Mehr Platz und separate Toilette; zulässige Gesamtmasse vor der Buchung prüfen |
| Servicepauschale | 100–159 € pauschal | Einweisung, Ausstattung, Außenreinigung; beim ADAC 159 € pro Wohnmobil |
| Kaution | 1.000–2.500 € | Bar oder per Kreditkarte, oft in Höhe der Selbstbeteiligung |
| Kraftstoff | 12–18 l Diesel pro 100 km | Fahrzeuggröße, Beladung, Tempo und Strecke bestimmen den Verbrauch |
| Stornierung kurz vor Mietbeginn | 80–90 % des Mietpreises | Beispiel ADAC: letzte Woche 80 %, letzte 48 Stunden 90 % |
Gut zu wissen
Wann sollten Sie ein Wohnmobil mieten und buchen?
Für die Sommerferien ist frühes Buchen Pflicht: Ratgeber empfehlen drei bis sechs Monate Vorlauf, beliebte Grundrisse sind oft noch früher vergeben. Wer auf die Ferien angewiesen ist, sollte zudem die Mindestmietdauer prüfen, die in dieser Zeit bei manchen Vermietern auf zwölf Nächte steigt. Ein Wohnmobil lohnt sich vor allem für Rundreisen mit mehreren Stationen, bei denen Sie nicht jede Nacht die Unterkunft wechseln möchten.
Mai, Juni und September sind die entspannteren Monate: Die Tagespreise liegen deutlich unter denen im Hochsommer, Campingplätze und Stellplätze sind freier, und kurze Touren sind leichter buchbar. Wer im Winter fahren will, fragt nach Winterausstattung und Heizung, denn nicht jedes Mietfahrzeug ist dafür ausgelegt. Lesen Sie vor jeder Buchung die Stornostaffel, denn eine kostenlose Absage ist die Ausnahme.
Tipps
Die Tipps von Wendelmar vor der Buchung
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Kaution und Kartenlimit
Klären Sie vor der Abholung, ob die Kaution bar oder per Kreditkarte hinterlegt wird. Bei 1.500 Euro ist das Kartenlimit schnell ausgeschöpft – und im Urlaub möchte ich lieber das Fischrestaurant damit bezahlen.
Kilometer ehrlich schätzen
Ich zeichne die Route vorher grob ein und rechne die Kilometer. Manche Vermieter geben nur 250 Freikilometer pro Tag, andere unbegrenzt. Bei einer großen Rundreise macht das einen dreistelligen Unterschied.
Übergabeprotokoll mit Fotos
Bei der Übernahme fotografiere ich jede Delle, jeden Kratzer und den Tankstand, am besten mit Datum. Das Protokoll lasse ich mir aushändigen. Einmal hat mich genau diese Viertelstunde vor einer Rechnung bewahrt.
Stornostaffel vorher lesen
Ein Widerrufsrecht gibt es bei der Wohnmobilmiete nicht, auch online nicht. Beim ADAC etwa werden 100 Tage vor Mietbeginn schon 10 Prozent fällig, in der letzten Woche 80. Lesen Sie die Staffel, bevor Sie buchen.
Gewicht im Blick
Ein vollgepacktes Wohnmobil wiegt mehr, als man denkt. Mit Wasser, Gas, Fahrrädern und Vorräten ist die Grenze von 3,5 Tonnen schnell erreicht. Ich frage den Vermieter nach der Zuladung und packe danach.
Übergabezeiten einplanen
Viele Vermieter übergeben nachmittags und nehmen das Fahrzeug morgens zurück, beim ADAC etwa zwischen 9 und 11 Uhr. Planen Sie die letzte Nacht nah an der Station – sonst beginnt der letzte Urlaubstag um fünf Uhr früh.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet es, ein Wohnmobil für eine Woche zu mieten?
Das hängt von Fahrzeug und Saison ab. Ein Teilintegrierter kostet im Juli und August etwa 120 bis 200 Euro pro Tag, für sieben Tage also rund 840 bis 1.400 Euro Miete. Dazu kommen Servicepauschale, Kraftstoff bei 12 bis 18 Litern Diesel auf 100 Kilometer, Stellplätze und eventuell Mehrkilometer. In der Nebensaison ist dasselbe Fahrzeug oft ab etwa 80 Euro pro Tag zu haben. Rechnen Sie außerdem die Kaution ein, die zwar zurückkommt, aber während der Reise gebunden ist.
Welchen Führerschein brauche ich für ein Mietwohnmobil?
Bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse genügt Klasse B, darüber brauchen Sie C1 oder die alte Klasse 3, die bis 7,5 Tonnen gilt. Maßgeblich ist das Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung. Wer ein zu schweres Fahrzeug fährt, fährt ohne Fahrerlaubnis und riskiert den Versicherungsschutz. Eine EU-Regel für Klasse B bis 4,25 Tonnen ist beschlossen, gilt in Deutschland aber noch nicht. Die Mitgliedstaaten haben vier Jahre Zeit für die Umsetzung, bis dahin bleibt es bei 3,5 Tonnen.
Kann ich ein gemietetes Wohnmobil kostenlos stornieren?
Meist nicht. Weil § 312g BGB die Fahrzeugmiete mit festem Termin vom Widerrufsrecht ausnimmt, gelten allein die Bedingungen des Vermieters. Beim ADAC etwa sind es 10 Prozent ab 100 Tagen vor Mietbeginn, 40 Prozent zwischen 60 und 30 Tagen, 80 Prozent in der letzten Woche und 90 Prozent in den letzten 48 Stunden. Eine Reiserücktrittsversicherung kann die Kosten bei Krankheit abfangen. Lesen Sie deren Bedingungen ebenso genau wie die des Vermieters.
Wie hoch sind Kaution und Selbstbeteiligung?
Üblich ist eine Kaution von etwa 1.500 Euro, die oft genau der Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung entspricht; bei Luxusmodellen kann die Selbstbeteiligung 2.500 Euro betragen. Viele Vermieter bieten gegen einen Tagesaufschlag eine niedrigere Selbstbeteiligung an. Die Kaution sichert Schäden, Mehrkilometer, fehlendes Zubehör oder eine außergewöhnliche Reinigung ab und kommt nach mängelfreier Rückgabe zurück.
Worauf muss ich bei der Übergabe des Wohnmobils achten?
Vergleichen Sie den Mietvertrag mit Ihrer Buchung, bevor Sie unterschreiben, und lassen Sie sich Gas, Wasser, Heizung, Toilette und Markise erklären. Halten Sie alle Vorschäden, den Tankstand und den Kilometerstand im Übergabeprotokoll fest und fotografieren Sie das Fahrzeug rundum. Das Protokoll schützt Sie bei der Rückgabe vor Forderungen für Schäden, die schon vorher da waren.
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